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Das für Mitte November ungewöhnlich sonnige Wetter des Jahres 2011 täuschte über den traurigen Anlass nicht hinweg. Am Buß- und Bettag hatten sich wie jedes Jahr die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Autobahn- und Straßenmeistereien, vom AM-Leiter bis zum Azubi, aus Betriebsdienst und Verwaltung, sowie Vertreter des Verkehrsministeriums und der Polizei an der Gedenkstätte in Tungerloh-Capellen bei Gescher (A 31) versammelt, um ihrer im Dienst verstorbener Kollegen zu denken. Fast 300 Teilnehmer waren in diesem Jahr aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens angereist. Wie auch bei vielen öffentlichen Veranstaltungen der AM und im täglichen Dienst war gerade an diesem Tage besonders deutlich zu spüren, daß die Männer und Frauen des Straßenbetriebsdienstes eine große Familie sind, deren Mitglieder sich gegenseitig helfen und schützen.
Dieses Jahr gab es wieder einen getöteten Straßenwärter zu beklagen. Der getötete Kollege Franz Josef Rauschen von der AM Düren war mit einem Kollegen im AK Aachen mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, als sie von einem Lkw überrollt wurden. Bei elf Unfällen wurden weitere 14 Mitarbeiter teils schwer verletzt – ausschließlich durch Fremdverschulden . Jedem der Anwesend war bewusst, daß im Beruf des Straßenwärters das Risiko sein Leben zu verlieren 13 mal höher ist als bei Arbeitern in anderen gewerblichen Berufen. Ebenso war allen bewusst, daß viele von ihnen die nächsten sein können, welche unschuldig in einen Unfall mit schweren Verletzungen oder gar tödlichem Ausgang verwickelt werden.
Anbetracht der ständigen Gefahr durch Unachtsamkeit, Egoismus und Raserei unverantwortlicher Verkehrsteilnehmer fand Straßen.NRW Hauptgeschäftsführer Winfried Pudenz daher auch besonders deutliche Worte: "Wir werden weiter nicht nachlassen, unsere Straßenwärter in Schulungen für die gefährlichen Situationen zu sensibilisieren und ihnen eine optimale Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Und trotzdem sind uns leider häufig die Hände gebunden, wenn Verkehrsteilnehmer sich nicht angepaßt verhalten, keine Rücksicht nehmen und unsere Mitarbeiter in höchstem Maße gefährden." Einfühlsam verlas Winfried Pudenz die Namen der im Dienst getöteten Kollegen. Und gedachte an dieser Stelle auch den beiden erst vor kurzem bei Bremen von einem Lkw überfahrenen niedersächsischen Straßenwärter.
Zweiter Redner der Gedenkstunde war Michael Heinze, Gruppenleiter im NRW-Verkehrsministerium: "Ich kann nur an alle Autofahrer appellieren, besonders in Baustellen vorsichtig zu fahren, sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu halten und nicht durch Handys oder Navigationsgeräte von der Konzentration auf die Menschen, die auf der Straße arbeiten, abhalten zu lassen“.
Mit einem Vaterunser der beiden Geistlichen endete die Feierstunde. Anschließend traten alle Anwesenden nacheinander vor den Gedenkstein um den Verstorbenen schweigend zu gedenken.
Es wäre wünschenswert, wenn auch die Landesbetriebe anderer Bundesländer ähnliche Veranstaltungen durchführen würden.
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